Modelabel gründen – Von der Idee zur eigenen Modemarke

Mode ist mehr als Kleidung – sie ist Ausdruck von Haltung, Kreativität und Identität. Kein Wunder also, dass viele mit dem Gedanken spielen, ein eigenes Modelabel zu gründen. Die Idee, seine Designs unter eigenem Namen in die Welt zu tragen, ist reizvoll – doch zwischen Entwurf und Verkauf liegen zahlreiche unternehmerische Entscheidungen.

Ein Modelabel zu gründen bedeutet, Mode und Management miteinander zu verbinden. Du brauchst nicht nur ein Gespür für Trends und Ästhetik, sondern auch Kenntnisse über Produktion, Finanzierung, Markenaufbau und Vertrieb.

In diesem Beitrag erfährst du, welche Schritte notwendig sind, um erfolgreich ein Modelabel zu gründen, was du bei der Planung beachten solltest – und wie wir dich auf deinem Weg begleiten können.

Die Existenzgründer-Helfer:

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1. Voraussetzungen, um ein Modelabel zu gründen

Ein eigenes Modelabel zu gründen klingt nach kreativem Freiraum und gelebter Leidenschaft – doch am Anfang stehen klare Anforderungen, sowohl auf fachlicher als auch auf unternehmerischer Ebene.

Wer in der Modebranche bestehen will, braucht mehr als nur gute Ideen. Es geht darum, den Markt zu verstehen, Trends zu erkennen und eine Marke zu entwickeln, die aus der Masse hervorsticht.

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Voraussetzungen im Überblick:

  • Kreatives Gespür: Du solltest ein sicheres Auge für Farben, Schnitte und Materialien haben.

  • Marktverständnis: Analysiere deine Zielgruppe – für wen gestaltest du und warum sollte man bei dir kaufen?

  • Grundlegendes Unternehmerwissen: Vertrieb, Preisgestaltung, Kalkulation und Finanzierung gehören ebenso zur Gründung wie Design.

  • Durchhaltevermögen: Die Modebranche ist schnelllebig und herausfordernd – ein langer Atem ist entscheidend.

2. Ideen entwickeln & Markenidentität aufbauen

Bevor du Stoffe auswählst oder Schnitte planst, musst du eine klare Vorstellung davon entwickeln, wofür dein Modelabel stehen soll. Ohne ein stimmiges Markenkonzept fällt es schwer, Kund*innen emotional zu erreichen – und das ist in der Mode entscheidend.

Fragen, die du dir stellen solltest:

  • Was ist der Kern meiner Marke? (z. B. nachhaltig, edgy, minimalistisch, genderneutral …)

  • Wen will ich erreichen? Wer ist meine Zielgruppe?

  • Was unterscheidet mein Label von anderen?

Ein sogenanntes Moodboard kann helfen, deine Markenästhetik zu visualisieren. Farben, Materialien, Typografie und Bildsprache sollten konsistent wirken – auch dein Labelname spielt eine wichtige Rolle: Er sollte wiedererkennbar, rechtlich schützbar und zur Markenidentität passend sein.

Markenidentität entwickeln:

Element Was du beachten solltest
Labelname Einprägsam, einzigartig, kein markenrechtlicher Konflikt
Logo & Typografie Visuelle Klarheit, Wiedererkennung auf Kleidung & Verpackung
Farbschema Konsistent mit der gewünschten Stimmung und Zielgruppe
Bildsprache Spiegelt den Lifestyle der Marke wider

💬 Wichtig: Eine starke Markenidentität ist nicht nur Design – sie ist das emotionale Versprechen, das du deinen Kund*innen gibst.

3. Businessplan für dein Modelabel erstellen

Ein kreatives Konzept allein reicht nicht – ohne wirtschaftliche Grundlage wird dein Modelabel nicht lange bestehen. Ein fundierter Businessplan ist deshalb unverzichtbar. Er hilft dir nicht nur, deine Strategie zu strukturieren, sondern überzeugt auch Banken, Förderstellen oder Investoren.

Im Fokus stehen dabei Fragen wie:

  • Wie viel Startkapital brauche ich?

  • Welche Zielgruppe spreche ich an – und wie erreiche ich sie?

  • Welche Vertriebskanäle nutze ich?

  • Wie kalkuliere ich Preise, Produktion und Marge realistisch?

Ein Businessplan ist mehr als eine Pflichtaufgabe – er ist dein Fahrplan in die Selbstständigkeit. Wer sich dabei schwertut, muss nicht allein kämpfen: Die Existenzgründer-Helfer unterstützen bei der professionellen Erstellung deines Businessplans – individuell auf dein Vorhaben zugeschnitten.

💬 Mehr dazu findest du auch in unserem Blogartikel zum Thema Businessplan schreiben, in dem wir Schritt für Schritt erklären, wie du von der Idee zur fertigen Planung kommst.

modelabel gruenden Gewerbe anmelden

4. Gewerbeanmeldung & Markenschutz

Wenn dein Konzept steht, geht es an die formalen Grundlagen. Denn wer ein Modelabel gründen möchte, kommt um die Anmeldung seines Unternehmens und die Absicherung seiner Marke nicht herum.

In der Regel handelt es sich bei einem Modelabel um ein Gewerbe, das du beim zuständigen Gewerbeamt anmeldest. Die Anmeldung kostet je nach Stadt zwischen 20 und 60 Euro. Auch das Finanzamt wird informiert – dort bekommst du eine Steuernummer und musst ggf. Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben.

Zudem solltest du frühzeitig prüfen, ob dein Labelname markenrechtlich geschützt ist – und ihn, wenn möglich, beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eintragen lassen. So vermeidest du rechtliche Probleme und stellst sicher, dass niemand deinen Namen kopieren darf.

Übersicht: Gewerbeanmeldung & Markenschutz

Schritt Was zu tun ist Hinweis
Gewerbeanmeldung Beim örtlichen Gewerbeamt einreichen i. d. R. vor Aufnahme der Tätigkeit
Anmeldung beim Finanzamt Automatisch durch das Gewerbeamt oder über Elster Fragebogen zur steuerlichen Erfassung notwendig
Rechtsform wählen Einzelunternehmen, UG oder GmbH? Haftung & Kapital beachten
Markenschutz prüfen Recherche im DPMA-Register Name sollte einzigartig & schützbar sein
Marke eintragen (optional) Anmeldung beim DPMA Kosten ab ca. 300 €, Schutz für 10 Jahre

5. Produktion und Lieferanten finden

Deine Entwürfe sind fertig, der Markenauftritt steht – nun brauchst du einen verlässlichen Partner, der deine Kollektion in die Realität umsetzt. Die Wahl der richtigen Produktion ist einer der entscheidenden Schritte, wenn du ein Modelabel gründen willst.

Du musst entscheiden: Lässt du inhouse fertigen, also selbst oder mit einem kleinen Team? Oder arbeitest du mit externen Produktionspartnern im In- oder Ausland? Beide Varianten haben Vor- und Nachteile – bei Qualität, Preis, Flexibilität und Mindestmengen.

Auch Materialwahl, Zertifizierungen und Lieferketten spielen eine zentrale Rolle – besonders, wenn du dich im Bereich nachhaltiger Mode positionieren möchtest.

✅ Checkliste: So findest du die passende Produktion

  • Schnittmuster & technische Zeichnungen professionell erstellen

  • Materialrecherche: Qualität, Herkunft, Preis-Leistung abwägen

  • Lieferant oder Lohnnäherei recherchieren und anfragen

  • Referenzen prüfen und ggf. Muster anfertigen lassen

  • Produktionsort bewusst wählen (regional, EU, Asien etc.)

  • Mindestmengen und Zahlungsmodalitäten verhandeln

  • Produktion vertraglich absichern (Liefertermine, Qualität, Rückläufer)

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6. Vertriebsstrategie & Verkaufsstart

Ein Modelabel steht und fällt mit der Frage: Wie bringst du deine Produkte an den Kunden? Der schönste Entwurf bleibt wirkungslos, wenn niemand ihn sieht oder kaufen kann. Deshalb brauchst du von Anfang an eine klare Vertriebsstrategie.

Zunächst solltest du entscheiden, wo du verkaufen möchtest:

  • Eigener Onlineshop: volle Kontrolle, gute Marge – aber auch mehr Aufwand für Technik, Versand und Kundenservice

  • Online-Marktplätze wie Etsy, Avocadostore oder Zalando Lounge: große Reichweite, aber auch Gebühren

  • Einzelhandel & Concept Stores: ideal für Sichtbarkeit – allerdings meist mit hohen Margenabgaben

  • Pop-up-Stores & Messen: gut für den Markteintritt und den direkten Kundenkontakt

Denk auch an den Launch: Ein geplanter Produktstart mit klarer Kommunikation erzeugt Spannung und Reichweite. Dabei helfen z. B. limitierte Vorbestellungen, Pre-Launch-Kampagnen oder Events.

7. Marketing & Sichtbarkeit aufbauen

Ein gutes Produkt allein reicht nicht – in der Modebranche entscheidet Sichtbarkeit über Erfolg. Wenn du ein Modelabel gründen möchtest, musst du dir frühzeitig Gedanken machen, wie du deine Zielgruppe erreichst und langfristig eine Community aufbaust.

Denn in der Fashion-Welt geht es nicht nur um Kleidung, sondern um Lifestyle, Identifikation und Vertrauen. Deine Marke muss erlebbar sein – digital wie offline.

📢 Deine Marketinggrundlage sollte beinhalten:

  • eine klare Markenbotschaft

  • einen einheitlichen visuellen Auftritt (Look & Feel)

  • Social-Media-Profile, die zur Zielgruppe passen

  • eine gut strukturierte, markengerechte Website oder Shop

  • möglichst authentische Inhalte (Behind-the-Scenes, Storytelling etc.)

📱 Besonders wirksam in der Fashion-Branche sind:

Marketingkanal Vorteile
Instagram & TikTok Hohe visuelle Reichweite, ideal für junge Zielgruppen
Influencer-Kooperationen Schnell Vertrauen aufbauen durch Nähe zur Zielgruppe
E-Mail-Marketing Direkt, persönlich und ideal für Kundenbindung
Events & Pop-up-Stores Markenpräsenz zum Anfassen, ideal für lokale Marken

8. Wie die Existenzgründer-Helfer dich unterstützen können

Ein Modelabel zu gründen bedeutet, Kreativität mit Unternehmertum zu verbinden – und gerade in der Gründungsphase lauern viele Stolperfallen: unklare Kalkulationen, fehlende Marktanalysen, ein schwacher Businessplan oder unterschätzte rechtliche Hürden. Genau hier kommen wir ins Spiel.

Die Existenzgründer-Helfer unterstützen dich Schritt für Schritt auf deinem Weg – von der Idee bis zur Umsetzung. Und das nicht nur mit Tipps, sondern mit konkreten Leistungen, die dir den Rücken freihalten.

📌 Unsere Unterstützung im Überblick:

  • Entwicklung eines soliden Businessplans für Banken, Fördermittel oder Investor*innen

  • Hilfe bei der Positionierung deiner Marke und Zielgruppenanalyse

  • Begleitung bei Gewerbeanmeldung, Steuern & Rechtsformwahl

  • Unterstützung bei Fördermitteln wie dem AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein)

  • Vorbereitung auf Finanzierungsgespräche & Verkaufsstart

💬 Besonders interessant:
Wenn du aktuell arbeitslos gemeldet bist oder bald ohne Anstellung dastehst, kannst du mit einem AVGS einen 100 % geförderten Gründungscoach an deiner Seite haben – auch im kreativen Bereich wie Mode.

Wir prüfen in einem kostenlosen Erstgespräch, ob du förderfähig bist, und begleiten dich auf dem Weg zum eigenen Label – individuell, diskret und praxisnah.

9. Fazit: Mit Strategie zum eigenen Modelabel

Ein Modelabel zu gründen ist weit mehr als nur ein kreatives Abenteuer – es ist ein vollwertiges Unternehmen, das mit Herz, Strategie und Durchhaltevermögen geführt werden will. Von der ersten Idee über den Markenaufbau bis hin zu Produktion, Vertrieb und Marketing: Jeder Schritt will gut durchdacht sein.

Wer frühzeitig mit einem klaren Plan startet und sich professionell begleiten lässt, spart Zeit, Geld und vermeidet typische Anfängerfehler. Die Modebranche ist fordernd, aber auch voller Chancen für Persönlichkeiten mit Vision.

Mit dem richtigen Konzept, einem durchdachten Markenauftritt und einer gesunden Mischung aus Kreativität und Businessdenken kannst du dir eine authentische Modemarke aufbauen – ganz gleich, ob Nischenbrand oder Lifestyle-Label.

5 Fragen und Antworten – zum Modelabel gründen

Nein, eine formale Ausbildung ist nicht zwingend erforderlich. Wichtig sind ein gutes Gespür für Mode, ein starkes Konzept – und das Wissen, wie man mit Profis (z. B. Schneider*innen oder Produktionspartnern) zusammenarbeitet.

Das hängt stark vom Umfang deiner ersten Kollektion, der Produktionsart und deinen Vertriebskanälen ab. Mit 5.000–15.000 € lässt sich in kleinem Rahmen starten – bei größerem Anspruch oder Inhouse-Produktion ist mehr Kapital nötig.

Ja – viele Gründer*innen beginnen neben dem Hauptjob, um Risiken zu minimieren. Wichtig: Gewerbe korrekt anmelden und Zeitmanagement realistisch planen.

Durch eine Markenanmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA). Diese schützt dich vor Nachahmern und ermöglicht dir die exklusive Nutzung deines Namens im geschäftlichen Kontext.

Ja – z. B. das AVGS-Coaching über die Agentur für Arbeit, Gründungszuschuss bei Arbeitslosigkeit oder regionale Fördermittel. Die Existenzgründer-Helfer helfen dir, herauszufinden, welche Programme zu dir passen.